Kolping schafft ein neues Hotel

Ein neues Hotel bei Kolping? Stimmt, aber Menschen können da nicht einziehen, sie würden sich dort ganz sicher nicht wohl fühlen. Ganz anders aber ist das bei den wirklichen Nutzern. Junge Lehrgangsteilnehmer haben mit ihrem Anleiter Gosbert Benkert ein Hotel für Insekten geschaffen und zwar in der Rhön. Für die zunächst etwas seltsam erscheinende Aktion gibt es gute Gründe, denn die Lebensräume für Insekten sind immer mehr bedroht.

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Im Kolping-Bildungszentrum Bad Neustadt führt das Beschäftigungsprojekt LEA (Integration durch Lernen und Arbeiten) aktiven Natur- und Artenschutz in der Rhön durch.

Unter Anleitung eines fachkundigen Landschaftspflegers bearbeiten die Jugendlichen den Bewuchs an Wanderwegen, schneiden zugewachsene Weideflächen frei und weiten ihr Tätigkeitsfeld inzwischen nicht nur auf den Artenschutz von seltenen Pflanzen in der Rhön sondern auch auf Tiere aus.

So ist das neueste Projekt der jungen Menschen inzwischen der Bau von sogenannten Insektenhotels:

Durch intensive menschliche Eingriffe in die Naturlandschaft – u.a. durch umfangreichen Pestizideinsatz im Acker- und Gartenbau sowie durch die auch in Privatgärten vorhandene Tendenz  zur „aufgeräumten“ Landschaft – sind viele natürliche Insektenlebensräume wie z.B. offene Lehmtrockenhänge oder Totholz nur noch sehr eingeschränkt vorhanden. Diese Vorgänge werden als Habitatvernichtung bezeichnet.

Nicht nur in der freien Natur, auch in Gärten helfen viele „Nützlinge“ wie zum Beispiel Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegbienen, Florfliegen oder Ohrwürmer durch Bestäubung und als kostenlose biologische „Schädlingsbekämpfer“ das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Zusätzlich sind einige der durch Insektenhotels geförderten Arten selten und stehen zum Teil sogar auf der Roten Liste, z.B. etliche Wildbienen.

Ursprünglich besiedeln diese Arten Körperfraßgänge in abgestorbenen Hölzern, u. a. in Zaunpfählen, Bäumen und Fachwerk. Weil diese natürlichen Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer aufgeräumten Landschaft fehlen, werden Nisthilfen für Wildbienen und Solitärwespen immer wichtiger.

Mit dem Bau der Insektenhotels erlernen die Jugendlichen nicht nur die handwerkliche Arbeit, sondern lernen in diesem Zusammenhang viel über den Artenschutz.

Veröffentlicht: 19.03.2010 | Maria Kraft


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