ASCHERMITTWOCH - Beginn der Fastenzeit
Christliche Fastenzeit lädt ein tiefer zu gehen und nicht nur an der Oberfläche eines profan zu beweisenden Durchhaltevermögen stehen zu bleiben.
Die Asche, das Zeichen des Aschermittwochs will helfen, den tieferen Sinn dieser vor uns liegenden vorösterliche Fastenzeit zu erschließen. Denn ASCHE ist ein uraltes PUTZMITTEL und weist darauf hin, dass es gut tut sich von den alten Verkrustungen und Ablagerungen des Lebens zu befreien um mit allen Poren neu und befreit zu atmen. Der Verzicht auf Liebgewonnenes kann helfen, nach dem Zeitraum des Verzichts, den Wert neu zu schätzen und mit anderen Augen zu sehen. - ASCHE ist desweitern ein uralter DÜNGER; in der richtigen Mischung stärkt diese das Wachstum. - Unwissende, Außenstehende, sehen in ASCHE nur Vergänglichkeit und Hoffnungslosigkeit…
Vieles ist heute in unserer verkopften Welt unter einer dicken Kruste der digitalen Transformation und dem kulturellen Wandel unserer Gesellschaft verblasst und ermattet.
Christliches Fasten ist nicht der Verzicht um des Verzichtwillen, sondern weitet den Blick und fordert auf, aktiv zu werden für den Nächsten.
Fasten und Verzicht im christlichen Verständnis gehen einher mit dem Blick für das Leben des Nächsten und der Schöpfung. Mein Verzicht soll dazu beitragen meinem Nächsten Leben zu ermöglichen - egal welcher Herkunft, egal welcher Religion, egal welcher Ausrichtung - denn jeder Mensch ist Gottes Kind.
Im Kleinen - bei mir - da fängt Leben an und greift um sich. Es kommt darauf an, was Du und ich daraus machen. - Das Leben zeigt sich uns immer wieder in all seinen unterschiedlichsten Facetten…
Im Blick auf Ostern, dem Verborgenen und Unerklärlichen Geheimnis des Lebens, eines Lebens über Zerstörung, Hoffnungslosigkeit und Tod hinaus - wünsche ich Dir eine reinigende und stärkende Fastenzeit - eine Zeit des befreienden Durchatmens für Dich und den Menschen auf Deinem Weg zum Osterfest.
Gottes Segen und Treu Kolping!
Jens Johanni
Diözesanpräses
