Demokratie braucht Engagement der Bürger
Würzburg/München. Bei der Landesversammlung des Kolpingwerks Bayern dankte der als Referent eingeladene bayerische Innenminister Joachim Herrmann dem Verband ausdrücklich dafür, dass er sich mit dem Thema „Extremismus stoppen – Demokratie stärken“ auseinandersetze. Das Kolpingwerk, das auf Bundesebene einen Unvereinbarkeitsentschluss zur AfD verabschiedet hatte, setze hier ein deutliches Zeichen. „Wir sind stolz darauf, eine tolerante Gesellschaft zu sein“, betonte Joachim Herrmann. Aber Toleranz müsse da Grenzen haben, wo sie auf fanatische Intoleranz stoße, so der bayerische Innenminister. Menschen, die Hass und Hetze verbreiteten, müsse man entgegentreten.
Die Demokratie in Deutschland und Bayern habe Freiheit und Wohlstand ermöglicht. Darauf dürften die Bürger zu Recht stolz sein. Bayern sei das deutsche Bundesland mit der niedrigsten Kriminalitätsquote und der geringsten Gefährdung von Bürgern zu verarmen. Die Integration von Migranten verlaufe hier vielfach sehr erfolgreich. Im Jahr 2025 hätten allein in Bayern rund 60.000 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. „Integration gelingt. Lassen wir uns das, was wir haben, nicht kaputtreden“, so der bayerische Innenminister mit Blick auf Extremisten, die die gesellschaftliche Situation bewusst in einem viel zu negativen Licht darstellten.
Wieder mehr über den Glauben sprechen
Joachim Herrmann gab in seinem Vortrag auch zu bedenken, dass sich nicht nur die staatlichen Organe für die Erhaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung verantwortlich fühlen sollten, sondern auch die Staatsbürger. „Um die Demokratie zu sichern, braucht es das Engagement der Bürger, den Einsatz von Einzelnen sowie von Verbänden und Vereinen, wie das Kolpingwerk Bayern“, so der bayerische Innenminister. Dabei helfe die eigene religiöse Verortung, denn die Ehrfurcht vor Gott schaffe auch die Grundlage für den Respekt gegenüber Mitmenschen. Er wünsche sich, dass insgesamt wieder mehr über den Glauben gesprochen werde. Ausdrücklich befürwortete der bayerische Innenminister auch den interreligiösen Dialog.
In der anschließenden Diskussion sprach sich Joachim Herrmann dafür aus, dass Demokraten über Partei- und Bekenntnisgrenzen hinweg kooperieren müssten, um Extremisten zu stoppen.
Verabschiedung von Doro Schömig und Erwin Fath
Die Delegierten wählten auf der Versammlung zuvor die beiden neuen Landesvorsitzenden des Kolpingwerks Bayern. Der Landesvorsitz ist bei Kolping paritätisch besetzt, so dass wieder eine Frau und ein Mann zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt wurden. Die bisherigen Vorsitzenden Dorothea Schömig und Erwin Fath waren nach zwölfjähriger Amtszeit nicht mehr zur Kandidatur angetreten. Dorothea Schömig ist zudem Diözesanvorsitzende des Kolpingwerks Würzburg. Kolping Würzburg war mit sechs Delegierten vertreten und richtete gemeinsam mit dem Landesverband die Abschiedsfeier für die beiden scheidenden Landesvorsitzenden aus. Mit einer zünftigen Weinprobe und Kiliani-Feuerwerk auf der Dachterrasse sowie mehrfachen Ehrungen für Schömig und Fath wurden die beiden herzlich verabschiedet.
Eva Ehard und Roland Kronawitter neue Landesvorsitzende
Die neue Landesvorsitzende heißt Eva Ehard und stammt aus Spalt im Bistum Eichstätt. Die 67-jährige gelernte Datenverarbeitungskauffrau und nunmehrige Rentnerin ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und Großmutter von ebenfalls drei Enkelkindern. Sie war von 2008 bis 2023 Diözesanvorsitzende von Kolping Eichstätt, ist seit 2024 Vorsitzende des kommunalen Seniorenbeirats Spalt, seit 2002 Vorsitzende der Kolpingfamilie Spalt und Mitglied im Fachausschuss Eine Welt des Kolping-Diözesanverbands Eichstätt.
Zum männlichen Landesvorsitzenden wurde Roland Kronawitter aus Ruderting bei Passau gewählt. Der 60-Jährige arbeitet als Logistik-Leiter. Seit 2009 gehört er dem Diözesanvorstand von Kolping Passau an, seit 2024 ist er dessen stellvertretender Vorsitzender. Er engagiert sich unter anderem als Mitglied des Sachausschusses „Beruf und Arbeitswelt“ des Diözesanrats Passau und als Kuratoriumsmitglied der Kolping Stiftung Passau. Kronawitter ist Vater eines Sohns und Großvater zweier Enkelkinder.
Kolpingwerk Landesverband Bayern:
Das Kolpingwerk Landesverband Bayern engagiert sich auf vielfältige Weise für die Demokratie. In seinen 497 Kolpingsfamilien sind über 58.000 Mitglieder aktiv. Sie gestalten ihr Verbandsleben nach demokratischen Regeln und ermutigen die Mitglieder zur politischen Mitgestaltung der Gesellschaft in demokratischen Parteien. Das Kolpingwerk Bayern ist mit anderen katholischen Organisationen auf Landesebene gut vernetzt unter anderem im Landeskomitee der Katholiken in Bayern, der Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauen in Bayern sowie der Bayern-Allianz gegen Desinformation.






